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S-Bahnstörungen: S1 ist Pannenspitzenreiter – Stammstrecke besser als ihr Ruf

Donnerstag 17. Dezember 2009 von Südostbayern Redaktion

Ingenieure lieben Zahlen. Dies muss sich der Münchner CSU-Stadtrat und Verkehrsexperte Georg Kronawitter immer wieder anhören, wenn er politische Positionen auf klare Fakten gründen will.

Kronawitter liefert aber auch Zahlen: so hat er mit seinem Parteikollegen Norbert Miehle ein ganzes Jahr die offiziellen S-Bahn-Störmeldungen ausgewertet. Diese Störmeldungen werden immer dann per e-Mail an Abonnenten versandt, wenn durch eine Störung mindestens eine S-Bahnlinie vorübergehend untebrrochen ist.

Zwischen dem 1. Dez 2008 und dem 30.11.2009 habe beide Interessantes herausgefunden: Insgesamt wurden 237 S-Bahnstörfälle registriert. Davon entfielen aber nur 15 (= 6%) auf die S-Bahn-Stammstrecke.

Auf die fünf östlichen S-Bahnaußenäste rechts der Isar entfielen in Summe 76 Störungen, im Mittel also ebenfalls 15 Störungen pro Ast. Dabei ist die S2-Ost (nach Erding) mit 19 Störungen Spitzenreiter, wozu das marode Stellwerk in München-Riem kräftig beigetragen hat. Bester Ostast ist die S8 (zum Flughafen) mit 12 Störungen.

Wesentlich störanfälliger ist der Westteil des S-Bahnsystems: deren sieben Äste (ohne A/S20/S27) verbuchten 131 Störungen, also rund 19,5 Störungen pro Ast. Störspitzenreiter ist im (Nord-)Westen eindeutig die S1 mit 26 Störfällen, also 2 pro Monat.

Die restlichen 15 Störungen entfielen in Summe auf S20, S27 und Linie A.

Diese Störstatistik unterstreicht laut Kronawitter die Forderung an die Bahn, die Störanfälligkeit insbesondere auf den Außenästen wirksam zu beseitigen. Mehr als die Hälfte der Störursachen sind nämlich technisch bedingt (Oberleitung, Weichen, Signale, Stellwerk). Kronawitter fordert aber auch die Bahn auf, gezielte Maßnahmen zur Verringerung der Personenunfälle zu treffen.

Brisant an Kronawitters Erkenntnissen ist ihre Interpretation vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die 2. S-Bahnstammstrecke in München. Kronawitter: „Die massiven Störungen auf den Außenästen sind für die betroffenen Pendler in der Regel gravierender als eine Stammstreckenstörung, weil die S-Bahn im Außenbereich tatsächlich alternativlos ist, während je innerstädtsiche Station einer gestörte Stammstrecke durch das dichte innerstädtsiche U-Bahn-, Tram- und Bus-Netz alternativ erreichbar ist – unter Inkaufnahme von etwas mehr Reisezeit. Wichtig ist, dass das S-Bahn-Störfallkonzept die Bedienung der Außenäste sicherstellt, was fahrzeuglogistisch ohne Probleme möglich ist. “

Es mag ja Gründe für einen 2. S-Bahntunnel geben, die Störfallstatistik kann aber hier keine Beiträge liefern.

Die Statistik zum abrufen

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 17. Dezember 2009 um 15:10 und abgelegt unter alle Meldungen. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Ein Kommentar über “S-Bahnstörungen: S1 ist Pannenspitzenreiter – Stammstrecke besser als ihr Ruf”

  1. Ich hatte da schon so ne Vorahnung… | Smirne's Blog schrieb:

    […] S-Bahnstörungen: S1 ist Pannenspitzenreiter – Stammstrecke besser als ihr Ruf (Bahnausbaustrecke … […]