Errichtung eines InfoCenters zum Großprojekt ABS 38

Ab dem 23. Juli 2019 finden am Bahnhof Mühldorf – östlich des Cafés Frizz – Bauarbeiten statt. Dort wo sich bis vor Kurzem noch die Fahrradständer befanden, entsteht in den kommenden Wochen ein InfoCenter für das Großprojekt „Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38)“.

Im ersten Schritt der Arbeiten wird für circa eine Woche der Gehweg entlang des Taxistandes aufgerissen, um den Kanalanschluss zu legen. Der Gehweg wird nach dem Abschluss wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt.

Wir möchten uns bei Ihnen im Vorfeld für eventuelle Unannehmlichkeiten entschuldigen. Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, melden Sie sich gern direkt beim Projektteam der ABS 38 unter abs38@deutschebahn.com.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Viele Grüße

Ihr Team der Südostbayernbahn

Klima- und Verkehrswende mit dieser Bahn?


Zugegeben, als wir hier im Jahr 2007 zu bloggen begannen, über den Nicht-Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing, haben viele gelacht. Ausgelacht und verspottet wurde man, von allen Seiten. Der mit seiner Bahn…

Fahrt doch mit dem Auto

Im Internet gab es sogar Kommentare unter Medienberichten, wer sich die tägliche Fahrt mit dem Auto nach München nicht leisten kann, soll zufrieden sein, mit dem was die Bahn bietet.
Kein Wunder, dass man sich im Jahr 2019 genüsslich zurücklehnt und dem Treiben der Menschheit für mehr Klimaschutz und Verkehrswenden oder Mobilitätskonzepten einfach zusieht.

Nur wenn einer ganz gescheit redet, dann kommen die alten Hämmer als Totschlag-Argument: Dass eben gar nichts kommt, bzw. alles viel zu spät und Deutschland die fehlenden Investitionen bei der Bahn nie mehr aufholen wird. Bei den Stellwerken aus der Kaiserzeit, die ja alle bald digitalisiert werden sollen…

Hofreiter – Bahn hält kaum eine EU-Vereinbarung ein

Dazu gehört auch, dass ein Anton Hofreiter, Bundestagmitglied der Grünen, schon vor Jahren einmal zum Besten gab, dass die Bundesrepublik keine einzige internationale Vereinbarung auf EU-Ebene bezüglich von Bahn-Ausbauten einhält. Die tollen Deutschen, die Vorzeige-Europäer, schaffen die Verkehrswende fürs Klima ohne die Bahn. Elektrifizierte Schnellstrecken enden an der deutschen Außengrenze. Da hat Hofreiter noch immer Recht.

Andererseits hat man -oft leider persönlich- viele Menschen an entscheidenden Positionen selber kennengelernt. Konzernbevollmächtigte von der Bahn, zum Beispiel, oder Chefs von der DB Netz, die für die Infrastruktur verantwortlich sind. Zudem Politiker, die dann in München oder sogar Berlin Karriere gemacht haben oder immer noch fleißig am Werk sind.

Es war eine spannende Zeit, gerade mit den vielen Diskussionen und Beschlüssen im und zum Großraum München. Was die Politik nicht alles anpacken wollte, was nun vielleicht in zehn Jahren kommt (damals quasi in 20 Jahren) oder noch länger auf sich warten lässt…

Über 6 Milliarden Euro für den Knotenpunkt München

Einer sollte dabei im Übrigen wirklich Recht behalten: Als die Bayerische Regierung, die bekanntlich immer noch auf die göttlichen Eingebungen wartet, ein Konzept zum Bahnknoten München verabschiedete, sprach ein Abgeordneter aus Niederbayern, Erwin Huber, von einem Jahrhundert Plan, oder so ähnlich.

Kritiker behaupteten schon damals, das wäre gar kein Konzept, sondern einfach nur alle Ideen in einem „Konzept‘ zusammengestopft. Die Kosten wurden damals auf über 6 Milliarden Euro beziffert, von Huber. Wörtlich im Bayerischen Landtag.

Wer damals wusste, wieviel Geld -bzw. wenig im europäischen Vergleich- Deutschland jährlich in die Schiene investiert, der wusste: Es würde wahrlich 100 Jahre dauern. Ein Jahrhundert Werk eben.

Früher verspottet – heute lacht kaum einer mehr

Kurze Zeit darauf war man persönlich in Berlin, im Bundesverkehrsministerium und die warfen damals das „Konzept Bahnknoten München“ an die Wand.

Auf die Frage, wieviel das insgesamt Kosten würde, hatten die Bediensteten zu Zeiten Peter Ramsauers keine Antwort. Die wussten schlichtweg nichts, von den 6,2 Milliarden Euro, warfen aber für die dummen Bürger einfach das Bild an die Wand.

Heute lachen übrigens kaum mehr Menschen, wenn es um die Bahn geht.
„Du hattest wirklich Recht“ hört man da oder „wir wollten Dich nie verstehen aber es kam tatsächlich so“.

Mainstream-Medien halten der Bahn die Stange

Nur die großen Medien, wie die Süddeutsche Zeitung, die sind ihrer Berichterstattung treu geblieben und verkaufen jeden politischen Ansatz, jeden Filzstiftstrich auf einer analogen Landkarte immer noch als Weitwurf, Meilenstein oder neuerdings als „letzte Endrunde“.

Vielleicht auch, weil nach einer Führung durch das S-Bahn-Werk Steinhausen sozusagen von oben herab beschlossen wurde, den Ruf der S-Bahn samt Bahn, nicht noch schlechter zu machen, als er sei. Sagte vor Jahren einer, der damals in Steinhausen Führungen machte.

Gut, dass darüber nie wer wirklich berichtete. Man könnte ja meinen, solche Medien wie die Süddeutsche wären tatsächlich frei in ihrer Berichterstattung.

Was würden die Menschen nur denken oder wählen, wenn sie wirklich feststellen würden: Erstens kommt nichts, wenn dann doch viel zu spät, bei der Umsetzung wird gespart wo es nur geht (was privat niemand beim Eigenheim machen würde) und am Ende zahlen die Fahrgäste oder der Steuerzahler sowieso drauf.

Medienwirksame und teure Spatenstiche

Nach dem Berliner Hauptbahnhof, Stuttgart 21, der ICE-Strecke München-Nürnberg (das blöde Karstgestein, wie einmal ein Journalist lächelnd die Mehrkosten rechtfertigte) ist zumindest die Zeit der Spatenstiche mit Blaskapellen, Sonderzügen, EU-Beamten, Weißwürsten und kurzfristig errichteten Bahnsteigen derzeit scheinbar vorbei.

Das hat die Bevölkerung wahrgenommen, dass hinterher noch viel Gras an mancher Bautafel wächst, bevor tatsächlich mit Baumaßnahmen begonnen wird und manche Erstarbeiten schon wieder sanierungsbedürftig sind, bis der Bauabschnitt tatsächlich eröffnet wird.

Wenn der denn dann wirklich soweit reicht, wie es die Bautafel eigentlich verkündet, wer sich an München-Mühldorf-Freilassing erinnert, dem fällt ein, dass zu Beginn der Bauarbeiten groß „Ampfing-Mühldorf“ propagiert wurde, während das zweite Gleis dann tatsächlich noch vor Mühldorf auf einem Gleise endete… Das war aber noch vor Klimakrisen, beschlossen unter rot-grün in Berlin mit diesem Schröder und vor langer Zeit im Jahr 2005. Fast ein Jahrhundert her.

Verkehrswende im Klimawandel mit dieser Bahn-Politik?

Am Ende stellt sich nur die Frage, wie die Bundesrepublik Deutschland mit dieser Bahn und vor allem dieser Bahn-Infrastruktur eine Verkehrswende schaffen will, um die Klimakatastrophe einzudämmen bzw. den Klimawandel nicht noch zu beschleunigen?

Gut, dass diese Themen noch nie jemand öffentlich aufgeworfen hat. Man würde feststellen, es ist längst zu spät und viel zu teurer, dagegen waren die für den Großraum München damals veranschlagten 6,2 Milliarden Euro Peanuts…

Gesellschaftlich mag man sich gar nicht ausmalen, wieviel weniger Verkehr es gäbe, wenn nur jeder, bei dem es möglich wäre, einmal pro Woche Home-Office machen könnte. Doch dagegen sperren sich nicht nur Chefs, auch Medien berichten immer wieder von Nachteilen.

Wo kämen wir auch hin, wenn im MVG-Streikfall alle Home-Office machen würden und keine Urlaubstage verbrannt werden müssen. Oder wenn die am Land im grünen (Stein-) Garten mit Laptop sitzen, während die in der Stadt nicht einmal einen Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung haben?

Dann kommt es wohl doch eher nach Gerhard Polt, der schon vor zig Jahren feststellte: In München müssens für die ganze Stadt ein 3. Stockwerk bauen.

EU-Fördermittel für die Bahn nicht abgerufen

Zuletzt noch ein persönlicher Gruß an all die Politiker und Journalisten aus der Schröder Zeit.
Eine schöne Überschrift war damals ein Leserbrief mit Grüßen an die heimischen SPD-Größen samt Bundesverkehrsminister von der SPD:

„Knoblauch, Steindl, Tiefensee, wo geht unser EU-Geld hie?“

Die Frage war damals: Warum wurden bei der EU keine Gelder für Planungen abgerufen?

Heute wissen wir die Antwort: Berlin rief keine Gelder ab, weil man den Ausbau der Bahn nicht für nötig ansah. Warum planen, wenn man den Ausbau nicht will?

Aber genau mit diesem Haufen, schaffen wir jetzt die Klimawende.

Da hilft nur zurücklehnen und zuschauen. Von M. Wengler

Zu wenig einsatzbereite Züge: Südostbayernbahn streicht Verbindungen

www.heimatzeitung.de/mobile/lokales/zu_wenig_einsatzbereite_zuege_bahn_streicht_verbindungen_3373613/

Lokführermangel: Zug gestrichen – OVB Heimatzeitungen

www.ovb-heimatzeitungen.de/bayern/2019/06/03/lokfuehrermangel-zug-gestrichen.ovb

Stolz auf den Linienstern Mühldorf und die Südostbayernbahn

www.pnp.de/lokales/landkreis_altoetting/altoetting/3336708_Stolz-auf-den-Linienstern-Muehldorf-und-die-Suedostbayernbahn.html

Lokführermangel bei der Bahn: Riesen-Pendlerfrust in München | Mühldorf

U.a.: „Wie schlimm die Lage ist, zeigt sich derzeit besonders auf der Strecke München – Mühldorf. Hier lässt die Südostbayernbahn (SOB) seit Wochen ganze Verbindungen ausfallen – weil sie kein Personal hat!“
www.tz.de/muenchen/stadt/muenchen-ort29098/lokfuehrermangel-bei-bahn-riesen-pendlerfrust-in-muenchen-12347049.html

Materialermüdung bei der SOB führt zu Helikoptereinsatz der Bundespolizei-Fliegerstaffel

www.ovb-online.de/muehldorf/zersprungene-scheibe-doch-kein-angriff-12297985.html
Wie der Mühldorfer Anzeiger in der Samtagsausgabe vom 18. Mai 2019 berichtet, führte „Materialermüdung“ an einer Fensterscheibe eines Waggons der Mühldorfer Südostbayernbahnbahn zu einem Helikopter-Einsatz der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim.
Wie es heißt wären „Fahrgäste und Bundespolizei“ aufgeschreckt worden, man vermutete zunächst einen Steinwurf oder „sogar einen Schuss“.
Die „Fensterscheibe in einem Waggon des Zuges um 9.30 Uhr“ sei „mit einem lauten Knall in tausend kleine Teile zersplittert“, so das Lokalblatt. Als Zeitpunkt war vom Donnerstagmorgen die Rede.
Der Zug habe „nach einer Inspektion durch die Bundespolizei in Markt Schwaben“ die Weiterfahrt zwar fortsetzen können, die Polizisten hätten allerdings „mit Unterstützung eines Helikopters der Bundespolizei-Fliegerstaffel Oberschleißheim die Umgebung nach möglichen Steinewerfern oder Heckenschützen“ abgesucht, hieß es im Lokalteil Mühldorf.
Nach einer „genauen Untersuchung der Scheibe“ in Mühldorf habe sich allerdings eine andere Ursache der zersplitterten Fensterscheibe gezeigt. So habe die Bahn „einen kleinen Riss“ an der Scheibe festgestellt und in einer Pressemitteilung „von Materialermüdung als Grund für die Zerstörung der Scheibe“ verwiesen. „Fremdeinwirkung“ wurde dadurch ausgeschlossen, wie der Mühldorfer Anzeiger abschließend berichtet.
Wer die Kosten des Helikopter-Einsatzes dank der Materialermüdung bezahlen muss, darauf wurde in der Berichterstattung nicht näher eingegangen.

Wann kommt das 365-Euro-Ticket? Bahn-Gipfel – Minimal Ergebnis und Forderungen

München/Mühldorf. Die positive Nachricht des Nahverkehrsgipfels der Bayerischen Regierung: „Als erster Schritt soll ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende kommen“ heißt es dazu im Münchner Merkur.
Was natürlich nicht für ganz Bayern gelten kann, nur für Verkehrsverbünde und die Großstädter. Bleibt abzuwarten, ob das auch regionale Bahnnetze übernehmen können?
Zusätzlich zum ÖPNV-Gipfel durfte auch der Sprecher des Kundenbeirates der Mühldorfer Südostbayernbahn (SOB) seine Wünsche im Oberbayerischen Volksblatt (OVB) äußern.
Wilhelm Mack sieht natürlich den „größten Ausbaubedarf“ auf der Strecke München – Mühldorf – Salzburg. Mack bezeichnet allerding den S-Bahn-Bereich zwischen Markt Schwaben und München Ost als „größten Engpass auf der Strecke“ und regt einen viergleisigen Ausbau an. Der war bis zum Jahr 1999 schon vollständig geplant, wurde dann aber von der damaligen Bundesregierung in Berlin verworfen.
Weiters wird vom Kundenbeirat der SOB „Barrierefreiheit von Haltepunkten“ gefordert, was sich allerdings durch den Ausbau der Strecke Markt Schwaben – Ampfing und zwischen Tüßling und Freilassing auf den entsprechenden Abschnitten ohnehin erledigen sollte. Denn die Bahnhöfe müssen dem zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung ohnehin angepasst werden.
Mack spricht zudem davon, dass die vom ÖPNV-Gipfel angeregten „Expressverbindungen“ zwischen Mühldorf und München ohnehin im Berufsverkehr schon vorhanden wären. Erstaunlich, dass der Kundenbeirat aus Mühldorf hier mit insgesamt zwei „Expresszügen“ je Richtung die Messlatte nicht besonders hoch hängen will.
Und natürlich wollen Mack und dessen Kollegen die Reaktivierung der Wasserburger Altstadtbahn. Die nach einem Dammrutsch in den 1980er Jahren nicht mehr in Betrieb genommen wurde.
www.merkur.de/politik/wann-kommt-365-euro-ticket-bahn-gipfel-will-vieles-anpacken-12233488.html
< www.merkur.de/politik/wann-kommt-365-euro-ticket-bahn-gipfel-will-vieles-anpacken-12233488.html>

ICE am Bahnhof Mühldorf: Zulassung für Zugheizanlage

Einen seltenen Anblick erlebten Kunden der Mühldorfer Südostbayernbahn im April 2019: Zwischen all den Dieselloks und -Triebwägen stand da doch tatsächlich ein ICE.

Das erinnerte manche Beobachter des seit dem Jahre 1985 versprochenen zweigleisigen Ausbaues samt Elektrifizierung an Schlagzeilen wie „mit Tempo 200 ins Jahr 2000“ und die unzähligen, politischen Ankündigungen vom Ausbau des Fernverkehrs, mit der „Magistrale für Europa“, von Paris über Stuttgart 21, Ulm, Augsburg, München, Mühldorf, Salzburg, Wien bis Budapest.
Dieser Ausbau der Bahn, der in Zukunft manche Flugverbindungen von Stuttgart oder München nach Wien klimaschonend ersetzen könnte, lässt aber noch einige Jahre auf sich warten.

Doch was hatte es mit dem ICE in Mühldorf am Inn auf sich?
Wie die Südostbayernbahn werbewirksam samt Bildern von der sogenannten Überführung mit einer Diesellok auf Facebook bekanntgab, stecke dahinter „die Zulassung dieses Types“. Dies betreffe die „Zugheizanlage“ dieses ICE. Das „besondere an dieser Anlage“ wäre, so die SOB weiter, „dass diese nicht mit Bahnstrom (16 2/3 Hz) gespeist“ würde, „sondern mit 50 Hz“. „Und dafür“, so die SOB Sozial-Media-Spezialisten, „benötige der ICE eine Zulassung“.
Die kann wohl nur im Bahnwerk in Mühldorf ausgearbeitet werden, einem Werk eines Diesel-Bahn-Netzes mit dem Linienstern Mühldorf, das komplett ohne ‚Bahnstrom‘ agiert.

Bis denn wohl wirklich Züge mit „Bahnstrom“ nach Mühldorf fahren, werden wohl noch mehrere Jahre ins Land ziehen.

Ex- Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) äußerte kürzlich auf einer Informationsveranstaltung zum Ausbau samt Elektrifizierung der Bahnstrecke Mühldorf-Freilassing: Das Projekt, das mehrere Planungsphasen durchlaufe, befände sich „aktuell erst in der Vorplanung, in der im Grunde noch nichts konkret“ entschieden wäre. Laut örtlichen Medienberichten (Südostbayerische Rundschau) äußerte Ramsauer, dass erst bis spätestens „zum Jahr 2030 mit tatsächlichen Planungen begonnen“ werde.

SOB zieht Bilanz: Mehr Leistung, aber auch mehr Ausfälle

www.heimatzeitung.de/mobile/sob_zieht_bilanz_mehr_leistung_aber_auch_mehr_ausfaelle_3304206/

Über Ostern kein Bahnverkehr zwischen Mühldorf und München

www.pnp.de/nachrichten/bayern/3289330_Ueber-Ostern-kein-Bahnverkehr-zwischen-Muehldorf-und-Muenchen.html

BEG kündigt Ausschreibung Linienstern Mühldorf 2025 auf den 24.2.2020 an

Bereits im Januar publizierte die BEG in der Liste der geplanten Vergabeverfahren den Linienstern Mühldorf 2025 mit einem geplanten Vergabetermin 2020, Betriebsaufnahme Dez. 2024 und mit 7,5 Mio Zugkilometer pro Jahr. Siehe: beg.bahnland-bayern.de/de/wettbewerb?file=files/media/corporate-portal/wettbewerb/BEG_A4-quer_Vergabeverfahren_geplant_2019_01.pdf

Nun hat die BEG die Auftragsbekanntmachung auf den 24.2.2020 angekündigt. Die geplanten Zugkilometer wurden von 7,5 auf 7,7 Mio erhöht. Vertragslaufzeit wird auf voraussichtlich 6 Jahre beziffert (abhängig von Fertigstellung der Elektrifizierung). Siehe: ted.europa.eu/TED/notice/udl?uri=TED:NOTICE:078714-2019:TEXT:DE:HTML
Eine Vergabetermin 2020 ist da nicht sehr realistisch.

Wenn Züge einfach stehenbleiben: Beispiel Südostbayernbahn

„Aufgrund einer technischen Störung an einem Zug kommt es auf der Strecke Mühldorf – München Hbf zu Beeinträchtigungen. Es kommt zu Verzögerungen von bis zu 30 Minuten.“

Solche Meldungen häufen sich derzeit wieder, bei der Mühldorfer Südostbayernbahn. Seit einigen Wochen sind es für allem Signalstörungen, die von der Bahn nicht unterbunden werden können.
Wenn dann noch weitere Ausfälle hinzukommen, liest sich das folgendermaßen:

Zug eins: Ausfall, blieb im eingleisigen Bereich vor dem Bahnhof Weidenbach liegen und konnte nach einigen Bastelarbeiten des Zug-Personals immerhin noch den nächsten Bahnhof erreichen. Der Lokführer steuerte die anschiebende Lokomotive, während vorne die Zugbegleiterin den Steuerwagen im Blick hatte. In Weidenbach hieß es dann „alles aussteigen“ und auf den nächsten Zug warten.
Der folgte prompt (bzw. war selbst schon wegen der Strecken-Blockade verspätet) und konnte die Fahrt dann nur mit 40 km/h fortsetzen. Bis zum nächsten Bahnhof in Schwindegg, Grund „wegen einer Signalstörung…“.

Die rund 80 km entfernte Landeshauptstadt München erreichten die Fahrgäste somit fast 60 Minuten später. „Die Beeinträchtigungen auf der Strecke Mühldorf – München Hbf sind beendet und die Verkehrslage normalisiert sich“, hieß es später von Seiten der Südostbayernbahn, die derzeit wieder viele E-Mail-Konten mit ihren Verspätungs-Messages reichlich füllt. Ob aufgrund Signalstörungen oder technischen Ausfällen am Fuhrpark, das dürfte der Kundschaft egal sein.

Nur manche Leute fragen sich langsam: Wie will Deutschland mit dieser Bahn und deren Unzuverlässigkeit die klimapolitischen Ziele im Bereich Verkehr bewerkstelligen?

Deutsche Bahn: Koalition will eine Milliarde Euro mehr pro Jahr in Schienenetz stecken – WELT

www.welt.de/wirtschaft/article190436687/Deutsche-Bahn-Koalition-will-eine-Milliarde-Euro-mehr-pro-Jahr-in-Schienenetz-stecken.html

Witterungsbedingte Störungen auf den Strecken der Südostbayernbahn

Aufgrund witterungsbedingter Störungen durch das Sturmtief „Eberhard“ kommt es auf den Strecken der Südostbayernbahn vereinzelt zu Verspätungen und eventuellen Zugausfällen.
Bitte informieren Sie sich rechtzeitig im Internet über Ihre Reiseverbindung.
Ihre Südostbayernbahn

Bild: Ma. Wo. (Strecke Mühldorf-Landshut, 10.03.2019)

Schwindegg: Technische Störung an der Strecke Mühldorf – München

Die Störungsbehebung wird voraussichtlich erst am 10.01.2019 am Nachmittag erfolgen. Zur Zeit sind in Schwindegg keine Zugkreuzungen möglich. Aus diesem Grund kommt es zu Kreuzungsverspätungen auf der Strecke Mühldorf – München.
Für die Ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung.
Ihre Südostbayernbahn

Digitalisierung im „Neuland“: Über den Marienplatz nach Ottenhofen mit der Südostbayernbahn

Deutschland digitalisiert – auch bei der Bahn. Manchmal fühlen sich deren Kunden an den Postillon erinnert. Für Internet-Laien: Das ist so eine Internet-Seite, die Meldungen verbreitet, die Leser eigentlich nicht ganz so ernst nehmen sollten. Was der Postillon mit der Bahn zu tun hat – und warum er in Zuge dessen hier Erwähnung findet?
Auf der Bahnstrecke München-Mühldorf, zum Beispiel: Da hat die Südostbayernbahn vor einiger Zeit den Zuschlag für weitere Jahre bekommen (bis zum Jahre 2022), manche Sitze in den Zügen wurden schwarz anstatt grün angeglichen, WLAN sollte Einzug erhalten und – es gab neue, zusätzliche Durchsagen in den Zügen. Neben den alt-gewohnten Menschen-Sprüchen „nehmen Sie bitte Ihre Taschen von den Sitzen“ und dergleichen.
Moderne Ansagen, zeitgemäß, im „Neuland“, wie sie in Berlin sagen. Früher hätten die Leute gesagt „vom Band“. Die ruhige, männliche Blechstimmte verkündet nun den Fahrgästen den nächsten Halt des Zuges, den nächsten Bahnhof und die Anschlusszüge, die einen von dort scheinbar in alle Welt bringen. Was sich dann so anhört: Vom Holzkirchner Flügelbahnhof am Hauptbahnhof (in München) kommend, sagt die nette Männerstimme, dass man am Ostbahnhof (in München) allerlei Anschlusszüge erreichen könne, beispielsweise S-Bahnen in die Innenstadt. Oder noch weiter, in den Münchner Westen. Alles jedenfalls zurück – quasi für Falschfahrer im Bahnverkehr.
Weiter im S-Bahn Bereich, auf der Fahrt von München Ost nach Markt Schwaben, geht es ähnlich weiter. Dabei dürfte Südostbayernbahn-Kunden neuerdings ein klingender Name einer Ortschaft besonders im Gehörgang hallen: Ottenhofen. Dieses Ottenhofen „in Oberbayern“, wie die Blechstimme trötet, muss irgendeine Großstadt oder ‚Motrepole‘ (;-)) zwischen Markt Schwaben und Erding sein und in Oberbayern liegen. Ottenhofen ist also nicht zu verwechseln mit Ottenkofen bei Gottfrieding, einer Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Oberbayern eben, nicht Niederbayern, aber Ottenhofen muss immens wichtig sein, zwischen Markt Schwaben und Erding, wenn sie in jedem Zug in den „nahen Osten“ nach Mühldorf am Inn, von der ruhigen Männerstimme angekündigt wird.
Wer nicht nach Ottenhofen will, auch nicht nach Mühldorf, sondern scheinbar im falschen Zug sitzt, der kann noch andere Züge in Markt Schwaben erreichen: Die S-Bahn nach Petershausen – oder noch weiter – nach Altomünster. Das liegt unweit des Wittelsbacher Landes. Weit weg – im Westen Münchens. Wer nun im Zug von München nach Markt Schwaben sitzt, hat also die Möglichkeit, ab Markt Schwaben mit verschiedenen S-Bahnen bis Altomünster oder Petershausen zu fahren. Natürlich über München Ost und damit über München Hauptbahnhof, Marienplatz und den Stachus, pardon Karlsplatz.
Ob dann diese S-Bahnen auch in Heimstetten, Poing, Grub oder sogar planmäßig in Feldkirchen oder Riem halten (außerplanmäßig hielten die Züge der Südostbayernbahn im Jahr 2018 dort sehr oft), sagt die freundliche Männerstimme nicht. Ob bei all der Beschallung das Personal der Bahn noch weiß, was der Computer da so labert und irgendwie sinnfrei klingt oder sogar ist, weiß niemand. Vielleicht erzählt der Bord-Computer der Südostbayernbahn demnächst Märchen von fernen Ländern am Wittelsbacher Platz oder Prinzen im Schloss zu Ottenhofen?
Oder sind am Ende gar alle froh, niemals am Bahnhof Ottenkofen (sofern es den gibt), in Niederbayern, auf einen Zug von Mühldorf kommend warten zu müssen, um nach Altomünster, Heimstetten oder weit weg irgendwo im S-Bahn-Bereich zu kommen? Das wäre fast mal eine Anfrage an die Pressestelle der Bahn an der Donnersberger Brücke wert. Die müssen dann aber ganz viel googeln, werden den Computer verfluchen und am Ende im Brockhaus nachlesen, was auch in Wikipedia stehen könnte. Oder doch nicht? Wenn sie denn schon GPS oder Internet haben, bei der Bahn. Andere würden all das trotz Computer als sinnfreie Belustigung (Belästigung?) der Kundschaft bezeichnen.
Doch neben Ottenhofen und Fahrten über den Marienplatz zwischen Ost- und Hauptbahnhof gibt es noch weitere interessante Informationen der freundlichen, männlichen Blechstimme: In mancher Regionalbahn hören die Fahrgäste öfter: „Vielen Dank für ihre Reise mit der Elbe-Saale-Bahn – auf Wiedersehen“. Ob von Rosenheim an der Mangfall oder Salzburg an der Saalach (pardon Salzach), vielleicht heißt es auch zwischen Passau (Donau), Landshut (Isar), Simbach (Inn), Burghausen (Salzach), Ruhpolding und Traunstein (Traun) – weit weg von Elbe und Saale: Digitalisierung und Steuerung ist nicht nur für die Politiker in Berlin (an der Spree) alles irgendwie Neuland, sondern gerade für die Bahn-Töchter zwischen der Südostbayernbahn rund um Mühldorf, entlang zwischen irgendwelchen Flüssen mit dem Kreuzungs-Knoten-Bahnhof am Inn.
Eine Glosse über die Digitalisierung bei der Bahn im Neuland. Von M. Wengler
*** Liebe Leserinnen und Leser, *** dieses Erlebnis ist nicht frei erfunden, wir behaupten auch nicht, nur private Meinungsäußerungen wiederzugeben. Derlei Spott liest man von „Qualitätsmedien“, die leben davon, über bundesdeutsche Verhältnisse von uns Bürgern auch noch zu spotten 😉
Und während derlei Zeilen süffisant in die Tastatur gehämmert werden, zwickt wieder ein Signal. Signalstörung. An den Temperaturen von Mutter Natur kann es nicht liegen, es war im Jahr 2018 schon einmal kälter. Das stellen die Fahrgäste frustriert fest. Die Stimme des netten Mannes hat dazu auch keine Worte mehr. Schlimme Zustände im Neuland. Aber wir digitalisieren jetzt – immerhin!

Endmeldung Stellwerkstörung in Markt Schwaben

Stellwerksstörung in Markt Schwaben wurde behoben. Es ist mit keinen Beeinträchtigungen mehr zu rechnen.
Für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung.
Ihre Südostbayernbahn

Plötzlicher Wintereinbruch überrascht die Südostbayernbahn

*** Eilmeldung: Der Winter ist da! ***

Die Kunden sind es gewohnt, alle Jahre wieder fällt der erste Schnee irgendwann kurz vor Weihnachten vom Himmel.

Nur die Bahn ist davon regelmäßig überrascht und vollkommen überfordert.

So auch heute wieder: Verspätungen bis über 30 Minuten, schlecht geräumte Bahnsteige – und natürlich geschönte Informationen.

Der erste „Schneesturm“ traf die Bahn jedenfalls wie immer mit voller Wucht!

Mit 35 Minuten Verspätung am Ende durch Signalstörung, außerplanmäßige Kreuzungen, zusätzlich Stromausfall und Ausfall der Heizung im Zug rundete die Mühldorfer Südostbayernbahn das jährlich wiederkehrende Schneeflocken-Begrüßungs-Programm auf der Hauptstrecke nach München ab.

Südostbayernbahn rutscht bei Qualitätsranking um acht Plätze ab

www.pnp.de/lokales/landkreis_altoetting/altoetting/3117011_Suedostbayernbahn-rutscht-bei-Qualitaetsranking-ab.html

Absage an schnellen Einsatz von Hybrid-Loks

www.pnp.de/lokales/landkreis_altoetting/burghausen/3115822_Suedostbayernbahn-Absage-an-schnellen-Einsatz-von-Hybrid-Loks.html
Dabei hieß es in einer Presseerklärung der DB vom Januar 2018:
„Das Projekt „Eco DeMe Train“, eine umweltfreundliche Zweikraft-Lok der DB-Tochter Südostbayernbahn (SOB), trägt zur Verringerung der Umweltbelastung im Großraum München bei. Es ist zudem Bestandteil des von der Staatsregierung beschlossenen Maßnahmenpakets zur Luftreinhaltung in bayerischen Städten.“
www.deutschebahn.com/pr-muenchen-de/aktuell/presseinformationen/01_25_Innovative_Lok_SOB-1328782

Altötting: Fünf Wochen lang keine Zughalte in Heiligenstatt | Stadt Altötting

www.innsalzach24.de/innsalzach/region-alt-neuoetting/altoetting-ort484666/altoetting-fuenf-wochen-lang-keine-zughalte-heiligenstatt-10315115.html

Zug-Ausfälle: Ein nervöser Söder in Nürnberg – geplagte Pendler aus Mühldorf

Nürnberg/Mühldorf. Keine zehn Minuten war die Bahn am Montagmorgen vom Startbahnhof in Mühldorf aus in Südost-Oberbayern unterwegs, da meldete der Lokführer mal wieder „Probleme“. Mit stark eingeschränkter Geschwindigkeit fuhr der Zug nach München weiter bis Schwindegg, im Isental. Dort gaben die Mitarbeiter der Mühldorfer Südostbayernbahn bekannt: Die vordere Lok „überheize“, wenn denn an eine Weiterfahrt zu denken wäre, dann nur mit 40 km/h. So mussten die Fahrgäste nach München auf den nächsten Zug warten, der entsprechend prall gefüllt war. Die Fahrt endete am Münchner Ostbahnhof mit 40 Minuten Verspätung.
Mancher Fahrgast stellte sich da durchaus die Frage, wie es denn sein könne, dass eine Lok am Montagmorgen, nach einem Wochenende (bei dem beileibe nicht so viele Züge verkehren) schon nach zehn Minuten Fahrzeit ihren Dienst verweigert. Mangelnde Wartung und Instandhaltung?
Ähnliche Fragen dürfte sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Chef der CSU-Staatsregierung gestellt haben. Söder soll fast zur selben Zeit ziemlich nervös am Bahnsteig in Nürnberg entlanggelaufen sein. Wartend auf einen Zug nach München.
Am Bahnsteig in Nürnberg soll ein erster ICE nach München ausgefallen sein, der zweite Zug war verspätet. Als hoch nervös und aufgeregt sollen Augenzeugen das Szenario geschildert haben, Söder lief auf und ab. Wartend auf den Zug nach München.
Sind Politiker am Ende doch nur Menschen? Zumindest als Fahrgäste der Bahn. Normalerweise wäre die schneller, als das Auto, zwischen N und M., wenn sie verkehren bzw. einer fährt, also die Züge.
Für Bahn-Pendler sind solche Meldungen eine Genugtuung.
Für die aus Mühldorf doppelt: Bayerns oberster Bahn-Chef (& damit oberster Kopf der Bahn in Bayern) Klaus-Dieter Josel fuhr lange aus Mühldorf gen München und der Chef der Mühldorfer Südostbayernbahn ist auch von der CSU, zumindest wollte er Bürgermeister für die Schwarzen in Traunstein werden. Traunstein ist zudem der Wahlkreis von Ex-CSU-Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.
Zumindest weiß ein Söder als Bayerischer Ministerpräsident nun: Alles was die Bahn verkündet, seine Partei-Kollegen mit „läuft schon“ verkauft haben, ist dann doch nicht so, wie Kollegen, die Bahn Presse-Organe und deren Management es immer darstellen.

Kirchweidach soll vom Einstundentakt ausgeschlossen werden

www.pnp.de/lokales/landkreis_altoetting/burgkirchen_garching/3075270_Kirchweidach-soll-vom-Einstundentakt-ausgeschlossen-werden.html

Freistaat will SOB-Ideenzug Realität werden lassen

www.pnp.de/lokales/landkreis_altoetting/altoetting/3079071_Freistaat-will-SOB-Ieenzug-Realitaet-werden-lassen.html

Nach vierwöchiger Sperre: Bahnlinie Marktl-Simbach wieder offen

www.heimatzeitung.de/lokales/landkreis_altoetting/neuoetting/3054044_Nach-vierwoechiger-Sperre-Bahnlinie-Marktl-Simbach-wieder-offen.html

Danke Hr. Kraller, Danke SOB, Danke DB Netz, Euer Qualitäts-/Krisenmanagement ist echt „geil“!

Leserbrief zu den Verspätungen bei der SOB:

Wie schon fast in jeder Woche kam es auch gestern, am 31.07.2018, wieder zu einer Stellwerksstörung in Feldkirchen. Nachdem die Sörung schon um 14:50 Uhr (zumindest der S-Bahn) bekannt war, hofften wohl einige Pendler so wie ich, dass mit dem Zug um 18:38 ab München-Ost die von der SOB angekündigten „hohen Verspätungen“ schon etwas kürzer ausfallen würden. Leider trog die Hoffnung, wie der folgende Erlebnisbericht zeigt: Weiterlesen

Nach Aichach-Unglück: Bahn will flächendeckend Stellwerke nachrüsten – SPIEGEL ONLINE

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/nach-aichach-unglueck-bahn-will-flaechendeckend-stellwerke-nachruesten-a-1217214.html

Erneut traurige Woche mit der Bahn zwischen Mühldorf und München

Freitag, Wochenende. Da spotteten die Pendler der Mühldorfer Südostbayernbahn: Wann denn in dieser Woche die Züge einmal keine nennenswerte Verspätung gehabt hätten. Nennenswert, das bezeichnen Pendler bei 60 Minuten plus „X“ fahrplanmäßiger „Reise-Zeit“ längst nicht mehr in Minuten, sondern ab 10 Minuten. Aber von den weniger als 10 Minuten Pünktlichkeit, waren die Züge mindestens soweit entfernt, wie Bayerns Regierungschef Markus Söder mit seinen CSU-Abgeordneten im Landtag in Umfragen derzeit vor der Wahl im Oktober, von der Mehrheit.
Die Woche begann, für die potentielle Wähler- und Bahn-Stammkundschaft mit 30 Minuten Verspätung, am Montag. Wieder einmal zwickte eine Weiche in Feldkirchen, wie so oft in den vergangenen Wochen.
Dienstag war die Südostbayernbahn zwischen Mühldorf und München pünktlich, meint einer. Oder war es Mittwoch? Oder gar Dienstag und Mittwoch? Morgens zumindest? Abends fiel am Dienstag ein Zug aus, wegen Lokschaden oder „technischer Probleme“. Natürlich musste der Folge-Zug alle Haltestellen bedienen, die der ausgefallene Zug passiert hätte – die Verspätungsfolge lag bei ca. 15 Minuten.
Am Donnerstag kam es dicker: Während sich die einen Züge gen München verspäteten, wegen einer Bahnübergangsstörung in München-Riem wie es hieß (immerhin scheinen die Züge zuvor zumindest an den Stellwerken und Weichen an den Bahnhöfen Feldkirchen und Riem einigermaßen ohne Störungen vorbeigefahren zu sein), fiel ein anderer Zug mehrmals aus:
Gerade einmal in Mühldorf gestartet, gab es in Ampfing einen Lokschaden. Der Lokführer versuchte das Vehikel in 10, 15, ja fast 20 Minuten wieder in Gang zu setzen, doch am Ende mussten die Fahrgäste auf den darauffolgenden Zug aus Mühldorf umsteigen, der zwar nur 15 Minuten später startet, aber auch schon wieder 20 Minuten Verspätung mit sich brachte.
Als ob all das noch nicht genug gewesen wäre, bat die Bahn die Kundschaft in Schwindegg, auf den vorher liegen gebliebenen Zug zu warten, laut Augenzeugen, da dort mehr Platz wäre. Oh Wunder. Außerdem sollten die zusätzlichen Haltestellen nach München entfallen, in dem verspäteten Zug, der nach dem liegengebliebenen Zug fuhr. Hieß es. Bis Dorfen. Dort erklärten die Mitarbeiter der Bahn den Fahrgästen, der in Ampfing liegengebliebene und zwischenzeitlich wieder auferstandene Zug, wäre erneut liegen geblieben. Deshalb würden nun doch alle Haltestellen angefahren werden.
Als sich am Freitagmorgen die Stammkunden der Bahn nun über all das unterhielten, wann denn ein Zug pünktlich gewesen wäre, an welchen Tagen, hatten sie gerade einmal wieder nicht ganz 10 Minuten Verspätung, bei ihrer Ankunft am Münchner Ost und Hauptbahnhof.
Die Heimfahrt – vor dem Wochenende – wurde auch nicht besser:
Bei der Rückfahrt am Freitag sorgte ein „Güterzug mit Überlänge“ für fast 15 Minuten Verspätung – zumindest hier durften die Bahn-Kunden dem Unternehmen „Vorsatz“ unterstellen: Denn wer zu lange Züge auf eine Strecke schickt, deren Gleise an den Bahnhöfen für sogenannte Zug-Kreuzungen zu lange sind, der will offensichtlich Geld sparen, um den Zug nicht teilen zu müssen. Zwei Züge inklusive Loks kosten mehr Geld und … Fahrzeit. Gegenüber einem.
Zumindest die hochmodernen Zugdurchsagen funktionieren noch, bei der Südostbayernbahn, die kündigten Haltestellen und dergleichen an, während das Personal nur noch um „Verständnis“ bat. Der Güterzug mit Überlänge hatte übrigens Güter geladen, die sicherlich nicht für das Chemiedreieck bestimmt waren. Pkws zum Beispiel.
Das zeugt zwar davon, welche Fracht der Bahn wichtiger ist, denn Pendlern dürfte es letztlich egal sein, aus welchen Gründen sie seit Monaten vom „Staatskonzern Bahn“ für dumm verkauft werden.
Die 50 Euro Erstattung, vom Güterzug-Drama in Riem, so spotten einige, wäre seither eigentlich jeden Monat angebracht. Während andere den Politikern die Schuld geben: Die Bahnsteig-Sanierungen mit den daraus folgenden Weichenstörungen wären längst nicht mehr nötig, hätten ein Bundeskanzler Gerhard Schröder von der SPD und die Grünen den viergleisigen Ausbau zwischen Riem und Markt Schwaben nicht bei ihrer Regierungsübernahme 1999 auf Eis gelegt und die Pläne verschrottet. Diese Pläne gab es damals bereits – fertige Bau-Pläne, keine bloßen Striche auf Landkarten.
Dummerweise haben sich die CSU-Politiker im Bundesverkehrsministerium in den Jahren ab 2008 dahingehend auch nicht mit Ruhm bekleckert: Der Traunsteiner Peter Ramsauer beerdigte mit einer Untersuchung zum Bahnknoten München den viergleisigen Ausbau im S-Bahn-Bereich endgültig und alles was die CSU-Macher nach Ramsauer im Bundesverkehrsministerium erreichten, ist das, was die Pendler derzeit täglich auf dieser am meisten befahrenen, eingleisigen und immer noch nicht elektrifizierten Bahnlinie Bayerns erleben müssen: Alles andere als die, von den heimischen Politikern oft betitelte, „Vorstufe zum Paradies“.
Besonders unglücklich sind die Verspätungen vor allem für alle Bahn-Kunden, die in Mühldorf Anschlusszüge benötigen.
Doch auch hier hat die Bahn Überraschungen parat: Man kündigt früh an, zu informieren und macht das dann umso später – kurz vor Mühldorf. So dass niemand mehr die Möglichkeit hat, sich ein privates „Taxi“ zu organisieren. Zum Wochenende warteten ausnahmsweise alle Anschlusszüge – die Wut auf Bahn und Politik dürften dennoch einige Pendler mit ins Wochenende genommen haben. Fortsetzung folgt dann wohl ab Montag… Und die Quittung gibt es für die Politiker dann vielleicht bei der Landtagswahl im Oktober.

Die SOB und das Dauer-München-Chaos: Ewig zwickt ein Stellwerk

Der Versuch einer Glosse über die ewige Posse – von Michael Wengler

Seit dem Güter-Zugunglück von Riem – anno dazumal, läuft es nicht mehr bei der Südostbayernbahn (SOB) im Jahr 2018. Zumindest nicht auf der Hauptstrecke, der finanziellen Lebensader, zwischen Mühldorf und München. Dauernd meldet die Bahn Stellwerksstörungen, ob in Feldkirchen oder Riem. Nein, keine SPAM-Mail, sondern fast jeden Tag die erneute, traurige Wahrheit. Dauernd haben die Züge Verspätung, manchmal eine ganze Woche am Stück, zwischen 20 bis zu 50 Minuten berichten Pendler und selbst die größten Bahn-Verteidiger bekennen mittlerweile: Neulich habe sogar ich eine E-Mail geschrieben. Irgendwann ist es genug!

Die 50 Euro Gutschrift von der Bahn, hat manch einer noch gar nicht zur Kenntnis genommen. Jeden Tag Verspätung, wer kommt da schon dazu, nebst drei Stunden-, davon fast einer Stunde unfreiwilliger Fahrt, noch die Konto-Auszüge genau durchzusehen?

Nach einer Woche sprichwörtlicher Verschnaufpause, zwischen einer Serie von Stellwerks-, Signal- oder sonstigen Störungen, war es am Montagmorgen wieder soweit: In Poing oder Grub, wer hat schon Lust da genau aus dem Fenster zu gucken, hieß es „15 Minuten Verspätung“. Die Frau gegenüber blickte vom Handy auf, verzog das Gesicht. Auch andere Blicke zeigten „ja geht das denn schon wieder los?“. Zuckeln und Schrittgeschwindigkeit bis zum Ostbahnhof waren angesagt, mit unfreiwilligen Aufenthalten bis Riem. Pendler, die sich ansonsten früh den Platz an der Ausstiegstüre zur Treppe am Ostbahnhof sichern, gehen einen Schritt langsamer. Was soll´s? Zeitmäßig ist der Tag schon gelaufen, für manch einen, die ganze Woche. Kein guter Beginn. Nur wenige Stammkunden der Bahn nehmen es mit Sarkasmus. Was kommt diese Woche noch? Geht ja gut los.

Wer Wagen für Wagen den Zug zum Hauptbahnhof nach vorne wandert, muss in traurige Gesichter blicken. Zerknirscht, Frust, Trauer, Wut. Was ist das nur für ein Schicksal, jeden Tag oder mehrmals die Woche auf diese Bahn angewiesen zu sein? Wäre nicht doch eine Wohnung in München, so ein Kellerloch neben dem Kohlekeller für 1000 Euro warm eine bessere Lebensperspektive?

Bald hat die Südostbayernbahn „Tag der offenen Türe“. Nicht auszudenken, diese frustrierten Stammkunden würden da vorbeischauen. Da könnte manch Vater zu seinen Kindern sagen: „Lasst die Sau raus, benehmt Euch mal daneben“ – und dann, dann bitten wir die von der Bahn einfach nur um „Verständnis“. Oder manche Ehefrau, die mittlerweile nicht mehr glauben mag, dass der Mann wirklich dauernd wegen der Bahn zu spät nach Hause kommt und kein Techtelmechtel im Büro in München hat… Wenn die ihre Wut über den täglichen Bahn-Ehe-Frust am Tag der offenen Türe zeigen würde?

Die Gesichter im Zug offenbaren jedenfalls vieles. Nur keine „i mog de SOB“ Stimmung.
Während die Gedanken so kreisen, Wagen um Wagen, Gesicht um Gesicht, lacht eine Frau. Die scheint Gedanken lesen zu können. Ein herzhaftes Lachen, genauso wie beim nächsten, der immerhin die richtige Lektüre für dauernde Fahrten mit der SOB in den Händen hält: Comics.
Ansonsten mürrische Gesichter – die teils seit Jahrzehnten immer wieder mit solchen Ereignissen von der Bahn und all den dafür politisch verantwortlichen Volksvertretern gedemütigt werden, wer hier gute Laune haben möchte, braucht einen dicken Schuss Sarkasmus.

Der mit den Comics freut sich, weil erstmals die Verspätungs-App der Bahn vorher angeschlagen habe. Er hatte sogar Empfang am Handy, pardon Smartphone, ein Seltenheitswert, auf dieser Strecke.

Die Berliner „Kartell-Parteien“, wie am Wochenende einer spottete, die in diesem, unserem Land und den entsprechenden Regierungen das Sagen haben, haben wichtigeres zu tun, als sich um die Bahn, deren Nutzer oder den Mobilfunkausbau zu kümmern. Genauso wie die Bahn selbst. Die muss den Tag der offenen Türe organisieren. Zumindest in Mühldorf. Wenigstens dieser Tag soll der Kundschaft „Spaß“ machen, wenn schon die Weichen und Signale auf der Strecke samt den damit verbundenen Verspätungen jeden Tag, zumindest wöchentlich, genau das Gegenteil liefern.