Bahnausbau München – Mühldorf – Freilassing ABS 38

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Update Hybridlösung: Für Stuttgart 21 recht und billig- für Ostbayern zu teuer?

Montag 5. Dezember 2011 von Südostbayern Redaktion

Update: Gesendet: Freitag, 2. Dezember 2011 15:03 vom Bayerischen Verkehrsministerium an eine Landtagsabgeordnete:

gegen den Einsatz von Hybridfahrzeugen auf der Strecke Mühldorf – Flughafen sprechen zwei wesentliche Argumente:

1) Die DB Netz AG als Betreiber des Flughafentunnels sowie der unterirdischen Personenverkehrsanlage am Flughafen München hat nach Prüfung der Betriebsgenehmigung des bestehenden Tunnels mitgeteilt, dass „aus Brandschutzgründen derzeit eine Einfahrt in den Tunnel mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor im Regelbetrieb nicht zulässig ist.“ Der Aufwand für die Ertüchtigung des bestehenden Flughafentunnels ist lt. Einschätzung der DB Netz AG wirtschaftlich nicht vertretbar.

2) Für eine direkte Verbindung zum Flughafen müssten auf der ABS 38 zusätzliche Züge auf dem Streckenabschnitt zwischen Walpertskirchen und Mühldorf fahren. Die Untersuchung der Angebotskonzepte hat gezeigt, dass auf diesem Abschnitt im heutigen Ausbauzustand, unabhängig von der Antriebsart keine zusätzlichen, regelmäßigen Züge fahrbar sind.

Beide Argumente stellen unabhängig voneinander Ausschlusskriterien für den Einsatz von Hybridfahrzeugen dar. Deshalb müssen Bund und Bahn gedrängt werden, die ABS 38 Planungen rasch voranzubringen.

siehe hierzu den ECHTEN Planungsstand

 

inn-sider.de: Am Anfang waren alle von der Idee begeistert: Mit ,,Hybridzügen zum Flughafen“. Was daraus geworden ist und wie die Staatsregierung in München diese Idee torpediert.

Am Anfang waren alle von der Idee begeistert: Mit „Hybridzügen zum Flughafen“ titelte der heimische Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer in einer Pressemitteilung. Umweltstaatsminister Marcel Huber aus Ampfing setzte sich als damaliger Staatssekretär persönlich im bayerischen Regierungskabinett für diese Idee ein.

Der Vorschlag war: Mit Hybridzügen im Dieselbetrieb von Mühldorf bis zur Abzweigung zum Flughafen auf die Walpertskirchener Spange. Von dort weiter mit Elektrifizierung bis in den Tunnel am Flughafen. Doch eben diese Hybridzüge, hat das bayerische Verkehrsministerium für Mühldorf als „unwirtschaftlich“ abgelehnt.  

Sicherlich, zwischen Dorfen und Obergeislbach, auf gerade einmal elf Kilometern, hätte auf der Mühldorfer Bahnlinie ein zweites Gleis verlegt werden müssen. Damit hätten die zusätzlichen Züge zum Flughafen auf der heimischen Bahnlinie freie Fahrt und so ganz nebenbei würde sich die Anbindung nach München spürbar verbessern. Doch in München pocht man auf die Elektrifizierung der gesamten Strecke und hat dadurch dem Bau der Flughafenanbindung nach Mühldorf die Priorität entzogen.

 

In Stuttgart, mit dem neuen Tunnelbahnhof „Stuttgart 21“, werden die Hybridzüge hingegen nicht als „unwirtschaftlich“, sondern gar als Chance gesehen.

 

In einem weiteren Zeitungsbericht (tagblatt.de) wurde zum Thema Tunnelbahnhof „Stuttgart 21“ und Dieselzüge berichtet:

(..)Ansonsten nämlich dürften die von Dieselloks angetriebenen Züge aus dem Tübinger Süden künftig nicht mehr bis zum neuen Stuttgarter Tiefbahnhof durchrollen. Möglicherweise geht es aber auch anders- ohne elektrische Oberleitungen.

Wie Verkehrsministerin Tanja Gönner gestern gegenüber dem Konstanzer „Südkurier“ erklärt hat, denkt sie neuerdings auch an den Einsatz von Hybrid-Lokomotiven, die je nach Bedarf mit Diesel- und mit Akku-gespeisten Elektromotoren angetrieben werden können.

Dabei verwies sie auf „erfolgversprechende S-Bahn-Projekte“ wie zum Beispiel in Hamburg, wo Hybrid-Loks bereits zum Einsatz kommen. Ob diese billigere Lösung auch für die Zollernbahn infrage kommt, soll laut Gönner nun geprüft werden.“

 

In einem offiziellen Stuttgart 21- Dialogforum , schrieb zum selben Thema Dr. Udo Andriof – Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart- Ulm

 

„gerne beantworte ich Ihre Anfrage zum Einsatz von dual-mode-Fahrzeugen.

Zur Erprobung der Einsatzmöglichkeiten haben die Firma MTU Friedrichshafen GmbH und die Deutsche-Bahn-Tochter DB RegioNetz Verkehrs GmbH Westfrankenbahn vereinbart einen Triebwagen mit Hybridantrieb zu testen. Im zweiten Halbjahr 2011 soll in einem Forschungsprojekt ein Prototyp eines Nahverkehrstriebwagens der Baureihe 642 auf der Strecke von Aschaffenburg nach Miltenberg getestet werden.

Über mögliche Einsatzgebiete kann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine Aussage getroffen werden.“

 

Auf Anfrage teilte ein Mitarbeiter der „Westfrankenbahn“ nun Pendlern mit:

„der Aussage von Herrn Dr. Andriof zum Einsatz von Hybridfahrzeugen kann ich

in vollem Umfang zustimmen.

Gemeinsam mit unserem Partner MTU entwickeln wir derzeit ein

Schienenhybridfahrzeug. Im Rahmen des Forschungsprojektes sollen genau

diese Erkenntnisse gewonnen werden inwieweit mit der Hybridtechnologie

welche Einsatzgebiete abgedeckt werden können.

Grundsätzlich ist der Einsatz eines Dieselhybrids natürlich auch und vor

allem auch für Bahnhöfe und Tunnels denkbar in die aus Emmissionsgründen

nicht mit Dieseltraktion eingefahren werden darf.

Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sollen über die weiteren

Einsatzmöglichkeiten Aufschluss geben. Wie und unter welchen

Voraussetzungen und notwendigen technischen Weiterentwicklungen ein Einsatz

umsetzbar ist stellt einen markanten Punkt des Forschungsprojektes dar.“


Die Hybridlösung für Stuttgart 21 recht und billig, für Mühldorf und das Bayerische Chemiedreieck und deren Anbindung an den Flughafen zu teuer?

 

Viele bayerische Politiker setzten sich vehement für den Bau des Stuttgarter Bahnhofs ein. Während man im Schwabenland die entstehenden Probleme zu lösen versucht, fordert man in München weiter Milliarden- Investitionen ohne kurzfristige Verbesserungslösungen ins Auge zu fassen.

So verwundert es kaum, dass manch braver Bahnpendler, der sich bisher im politischen Lager mit  christlicher und bürgerlicher Neigung wähnte, mit Grauen abwendet.

Nach all den Meldungen zum Bahnausbau und der Mühldorfer Benachteiligung wird das Vertrauen der Bevölkerung in die politische Obrigkeit einmal mehr bis in die Grundfeste erschüttert.

 

siehe auch:

Beamter der Staatsregierung spottet über den “langsamen” Ausbau nach Mühldorf!

Ramsauer: Hybridzüge Sache der Bahn

Erdinger S- Bahn- Ringschluss: Neuer Vorstoß mit Hybrid-Zügen

Hybridzüge zum Flughafen: Schwarzer Peter wird hin- und her geschoben

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 5. Dezember 2011 um 11:26 und abgelegt unter Erdinger Ringschluss, Walpertskirchener Spange, Hybrid-Züge, Mühldorf- München. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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