Bahnausbau München – Mühldorf – Freilassing ABS 38

Nachrichten zum Erdinger Ringschluss, Walpertskirchener Spange, S- Bahn München, dem Chemiedreieck, A94 u. B15neu

Fehleinschätzung der Politiker: S-Bahnangebot S2 Richtung Erding- auf der Bahnstrecke nach Mühldorf

Freitag 15. August 2014 von Redaktion Mühldorf 2

Bahnverkehr in den Osten (Rosenheim/ Italien/ Balkan, Mühldorf und die jeweiligen S- Bahnen: Der S-Bahn Bahnhof Leuchtenbergring in München

Bahnverkehr in den Osten (Rosenheim/ Italien/ Balkan, Mühldorf und die jeweiligen S- Bahnen: Der Bahnhof Leuchtenbergring in München

Ein Teil des Ausbaues der Bahn, zwischen München- Mühldorf und Freilassing (ABS 38) war der Ausbau der S- Bahn von Riem (mit Erneuerung des immer wieder bockigen Stellwerkes) nach Markt Schwaben. Vier Gleise sollten hier künftig liegen, anstatt den bisherigen zwei.

Bisher nutzen S- Bahn, die Regionalzüge der Südostbayern und die Güterzüge aus dem Chemiedreieck die vorhandenen zwei Gleise. Mit einer Trennung des S- Bahn- Verkehres von Regionalzügen und Güterverkehr, sollte auf dieser Strecke der Verkehr pünktlicher verlaufen, Verspätungen entzerrt werden.

Denn wer kennt das nicht: Haben die Mühldorfer Züge Verspätung, gerät der S- Bahn- Verkehr außer Takt, hat die S- Bahn Verspätung, fahren die Mühldorfer Züge in langsamen Tempo dahinter her.

Im Jahr 2008 wurde der viergleisige Ausbau zwischen Riem und Markt Schwaben vom Bundesverkehrsministerium gestrichen. Die Bedarfsplan- Untersuchung des Bundes hatte ergeben: Dieser Ausbau sei nicht notwendig (oder zu teuer). In Auftrag gegeben wurde die Studie zum Bahnknoten München vom damaligen SPD- Bundesverkehrsminister Tiefensee, veröffentlicht hat sie dann der Traunsteiner CSU- Bundesverkehrsminister Ramsauer.

Bereits im Jahr 2006 war in einer Presse- Erklärung der CSU München Ost und den Anrainer- Gemeinden der S2 zu lesen, dass sich der Ausbau München- Mühldorf- Freilassing hinziehen wird. Damals hieß es auch, von Seiten des Bundes, dass drei der vier Gleise überwiegend dem „Nahverkehr“ dienen würden (also S- Bahnen und Regionalzügen), womit den Ausbau der Freistaat Bayern hätte vorantreiben müssen. Mit seinen regionalen Bahnmitteln (GVFG). Nur das vierte Gleis, so hieß es aus Berlin, würde für den Güter- und künftigen ICE- Verkehr benötigt. So die Meinung im Bundesverkehrsministerium, zu Zeiten der SPD- Bundesverkehrsminister.

Ein Problem, das auch andere Bahnlinien im S- Bahn- Bereich im Großraum München haben: Während bis Grafing (auf der Strecke nach Rosenheim) die S- Bahn auf zwei eigenen Gleisen verkehrt, ebenso wie nach Mammendorf (Augsburg) und Petershausen (Ingolstadt), bleibt nach Markt Schwaben/ Erding (Mühldorf) alles beim Alten. Selbst mit einem zweigleisigen Ausbau der Strecke von Markt Schwaben bis Mühldorf, samt Elektrifizierung, werden sich Verspätungen im S- Bahn- Bereich weiterhin anhäufen und vervielfältigen. Mischverkehr, nennen den Ablauf auf zwei Gleisen von S- Bahn, Regionalbahnen und Güterzügen die Fachleute.

Doch nicht nur nach Südostbayern bleibt alles beim Alten: Die S- Bahnen nach Freising (Landshut, Passau, Regensburg) und die Strecke ins Allgäu/ Schweiz, auf der S- Bahn- Linie nach Fürstenfeldbruck/ Geltendorf, bleiben zweigleisig. Politiker aller Parteien behaupten immer wieder, mit dem Bau der 2. S- Bahn- Stammstrecke in München würde alles besser werden. Gegen diese landläufige pro S- Bahn- Tunnel- Propaganda schreiben Blog- Mitstreiter immer wieder E- Mails. Eine davon, wollen wir hier nun wieder veröffentlichen. Niemand soll behaupten, die Politiker wären nicht informiert gewesen:

„Sehr geehrter Herr Professor Gantzer

Ich beziehe mich auf den Merkurartikel von gestern: http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen-lk-nord/mehr-zuege-s-bahnlinie-ueber-feldkirchen-heimstetten-3776854.html Die S2, welche schon heute benachteiligt ist, wird auch nach der Eröffnung der 2. Stammstrecke mit einem Minimalangebot abgespeist.

Dies wird anhand des Vergleichs der Anzahl Züge und der Fahrgäste ab Stadtgrenze München deutlich.

S2 Erding: 31000 Fahrgäste, Zugzahl pro Tag und Richtung heute: 65; Zugzahl nach Inbetriebnahme 2. Stammstrecke: 70

S3 Mammendorf: 22400 Fahrgäste, Zugzahl pro Tag und Richtung heute: 78; Zugzahl nach Inbetriebnahme 2. Stammstrecke: 110

Dies ist ein eklatantes Missverhältnis. Selbst nach Eröffnung der 2. Stammstrecke werden ab Ostbahnhof Richtung Markt Schwabe weniger Züge fahren als auf der S3 Richtung Mammendorf schon heute verkehren – und das obwohl auf der S2 fast 40% mehr Pendler unterwegs sind als auf der S3! Dies zeigt, dass der Ausbau der S2 zwischen Ost zwischen Markt Schwaben und Ostbahnhof unerlässlich ist und die Pläne für die zweite Stammstrecke an den Fahrgastzahlen vorbeigehen.

Übrigens sind die Aussennäste der S4 Geltendorf, S1 Freising und S8 Flughafen im selben Dilemma. Auch diese Strecken sollen mit 70 Fahrten pro Tag und Richtung abgespeist werden, obwohl sie mit 30300, 34400 und 31900 sehr hohe Fahrgastzahlen aufweisen. Trotzdem hat die Bayerische Staatsregierung im Herbst 2012 den Ausbau Ostbahnhof-Markt Schwaben offiziell begraben und nicht mehr als Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-(GVFG-)projekt beim Bund angemeldet.

Auf die vage Andeutung, dass in den Hauptverkehrszeiten zusätzliche S-Bahnen ausserhalb des Taktes angeboten werden könnten, darf man sich nicht verlassen. Auf die vor mehr als einem Jahr von Martin Zeil versprochene Verlängerung von Zügen der S2 (http://www.merkur-online.de/lokales/ebersberg/poing/2-ost-verkehrsminister-zeil-will-laengere-zuege-einsetzen-2884783.html) warten die Pendler immer noch vergeblich. Die S-Bahn München und die bestellende Staatsregierung schaffen es ja nicht, für eine genügende Anzahl Züge bei der S-Bahn München zu sorgen.

Bekanntlich kann ja wegen des Fahrzeugmangels in den Hauptverkehrszeiten die S2 ab Altomünster (früher Linie A) nicht wie geplant ab Dezember 2014 alle 30 Minuten nach München durchgebunden werden, sondern nur alle Stunden.

Ich weise Sie ebenfalls auf meinen Leserbrief von Mai dieses Jahres hin (Beilage). Ich habe mir erlaubt, Ihre MdL Kollegen Ulrike Scharf, Thomas Huber, Ludwig Hartmann und Herrn Humplmaier auf cc zu nehmen, damit Sie sich parteiübergreifend für die Interessen der Pendler stark machen. Nur so werden Sie Erfolg haben.“ pdf icon Erdinger-Anzeiger-28-05-2014-Zweite-Stammstrecke-keine-Expresszüge-von-Erding.pdf

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 15. August 2014 um 08:36 und abgelegt unter Einwürfe, Magistrale für Europa (Paris- Budapest), Mühldorf- München, München Ost- Markt Schwaben- Erding. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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